Mauritius

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Das Gemälde auf der Mauer der Sicherheitsverwahrung in der Justizvollzugsanstalt.

Ort

Das Projekt entstand an einer Wand im Bereich der Sicherheitsverwahrung in der Justizvollzugsanstalt Freiburg.

Am Ende eines Flures gelegen, bietet das Gemälde einen Blickfang für Inhaftierte und Vollzugsbeamte.

Aufgrund der hohen Sicherheitsmaßnahmen dieses speziellen Ortes konnten leider die Inhaftierten nicht mit einbezogen werden. Obwohl es uns ein wichtiges Anliegen ist, die Umgebung bei Projekten mit einzubeziehen.

Grobentwurf

Aus einer Reihe von Entwürfen, die von einer Unterwasserwelt mit Walen über eine Galaxie bis zu einer Vulkanlandschaft reichten, wurde nach eingehender Beratung mit Gefängnisleitung, Bauamt, Psychologen und einigen befragten Insassen und Beamten eine tropische Landschaft ausgewählt.

Besonders wichtige Punkte aus diesen Gesprächen und für die Künstlergruppe waren, dass das Bild Ruhe ausstrahlt, Raum zum Träumen gibt, viele Details zum Entdecken enthält und einen Weitblick bietet.

Durch die Abstufungen – Steine, Dschungel, Berge, Horizont – gewinnt das Bild räumliche Tiefe. Die Illusionsmalerei der weitergeführten Rohre mit Wasserfall verstärkt den Effekt, dass der Raum nach hinten offen ist. Im Dschungel und im Wasser befinden sich viele Einzelheiten – manche leicht zu finden und andere gut versteckt.

Abbildung: Grobentwurf als Computersimulation

Feinentwurf

Nach der Auswahl des Motivs machten sich Künstlerinnen und Künstler an die Arbeit und malten einen maßstabsgetreuen Feinentwurf in den Originalfarben.


Abbildung: Feinentwurf auf Leinwand und auf Wand per Computersimulation

Rastern und Vorzeichnen

Vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn wurde die Wand in der JVA nochmals geweißt. Um das Gemälde vom Feinentwurf maßstabsgetreu auf die Wand zu übertragen, wurde ein Raster auf die Wand gelegt und das Motiv mit Kohle vorgezeichnet.


Abbildung: Rasterung auf der Wand

Künstlerische Bemalung der Wand

Der aufwändigste, aber auch spannendste Teil der Arbeit für die sieben Künstler und Künstlerinnen war die endgültige Gestaltung des Gemäldes mit Pinsel und Farbe an der Wand.

Abbildung: Das fertige Gemälde auf der Wand

Künstler

Vielen Dank den beteiligten Projektleiter/in und Künstler/innen:

Ebi Eilber, Franziska Birke, Claudia Klein, Gerhard Hermle, Nicole Nedoh, Nele Schräder und Claudia Michel

Kommentare von Insassen und Justizvollzugsbeamten

Direkte Kommentare während unserer Arbeit an der Wand (Kontakt war nur sehr eingeschränkt möglich), direktes und indirekte Meinungen bei einem Gespräch mit der Redaktion der Gefangenenzeitung „Janus“ und bei unseren Gesprächen mit Gefängnisleitung, Psychologen und Vollzugsbeamten:

  • „Toll“
  • „Oase der Hoffnung“
  • „So langsam verwischen sich die Bilder meiner Träume und Erinnerungen. Ich bin seit 11 Jahren in Haft und sehe in dem Bild eine Auffrischung meiner Erinnerungen.“
  • „Geldverschwendung“
  • „Ich würde gerne länger vor dem unvergitterten Bild sitzen und mehrere Minuten verweilen…“
    Erklärung: Für Insassen, die nicht in der Sicherungsverwahrung sind, ist das Bild nur im Vorübergehen und von einer gläsernen Absperrung aus ca. 10m Entfernung zu sehen.
  • „Hey, da geht es ja weiter“
  • „Moderner Wink für eine moderne Zeit“
    Erklärung: Der Insasse meinte diesbezüglich die Gefängnispolitik.
  • „Ich hätte gerne ein Poster oder Rollo mit dem Motiv des Gemäldes in meiner Zelle.“
  • Ein Insasse rief: „zynisch“
  • „Hier haben Wände eine andere Bedeutung. Man ist nicht von so vielen Sachen abgelenkt wie draußen. Ein Bild fällt hier mehr auf.“
  • “Sehr schön”
  • „Hier (Erklärung: in der Sicherungsverwahrung) ist das Gemälde vor Verschmutzung sicher.“
    Erklärung: im Gegensatz zu anderen Bereichen des Gefängnisses.

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